Modul “Haltestelle Rothhausen”

Aufnahme: Jürgen Dill

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Bilderbuch Rothhausen

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Mit einem Mausklick auf das nebenstehende Foto gelangen Sie zur Diaschau mit Motiven des Moduls. Viel Spaß bei der Reise durch meine Modellbahnwelt.

10 Abbildungen in der Diaschau. Alle Aufnahmen: Jürgen Dill

Auch in Rothhausen ist das Ensemble fast noch vollständig erhalten geblieben. Links von der Strecke gesehen ist das eben schon erwähnte, hölzerne Agenturgebäude aus der Lokalbahnzeit zu finden. Heute hat der örtliche Motorradclub hier Domizil bezogen. Die Station war als Haltestelle eingestuft worden, das bedeutet natürlich muß mindestens eine Weiche gelegen haben. Noch vor Erreichen des Stationsgebäudes zweigte ein Gleisstutzen nach rechts ab und endete nach wenigen Metern an einem Prellbock. Rechts daneben war das örtliche Lagerhäuschen ganz aus Ziegelsteinen gebaut worden. Vermutlich entstammt der Baustoff der nur drei Kilometer entfernten Lehmgrube unweit der Bahnbrückenmühle. Auch dieses kleine Lagerhaus existiert noch heute und wurde vor kurzer Zeit sogar renoviert.

Wenn Sie Modelleisenbahner sind, kommt Ihnen der Name nicht irgendwie bekannt vor? Richtig, ein Bausatz im Maßstab 1 : 87 (H0) der Firma Pola trägt diesen Namen. Und genau 200 Meter entfernt von der ehemaligen Produktionsstätte befindet sich das Vorbild dieses Agenturgebäudes der kleinen fränkischen Gemeinde Rothhausen. Lang ist es her, dass vom Modellgebäudehersteller der letzte Bausatz vom Band gelaufen ist, aber noch länger ist der letzte Güterzug im Lauertal abgefahren. Jedoch kann hier der interessierte Besucher der alten Lauertalbahn noch viele bauhistorische Zeitzeugen finden.

Wenn Module sicher von daheim zu FREMO-Treffen und wieder zurück transportiert werden sollen, dann ist ein solider Transportkasten erforderlich. Und genau solch einen Kasten mußte ich für mein Modul „Vorflutbrücke Taubachsmühle“ bauen. Hier waren besonders die 20 cm hohen Bäume vor Transportschäden zu schützen. Diese Bäume sind aber nur auf einer Seite dieses Moduls angeordnet, so dass man bei gegenüberliegend zusammengeschraubten Modulen zu einen Transportkasten ein grosser Abstand bleiben muss. So entschloss ich mich einen kürzeren Streckenkasten zu bauen, damit genau der Platz für die hohen Bäume übrig bleibt. Ein 25 cm langes Leermodul wird an “Rothhausen” angeschraubt um die hohen Bäume der “Taubachsmühle” sicher in einer freien Öffnung verstauen zu können. Nur wollte ich nicht ein reines Streckenmodul bauen, vielmehr reizte mich eine kleine Betriebsstelle. Was lag hier näher, als die Haltestelle Rothhausen nachzubilden; befindet sich das Vorbild doch lediglich 15 Kilometer von meinem Wohnort entfernt.

Holzbearbeitung sollte man lieber dem Schreiner überlassen, kann doch bei falschem Materialeinsatz ganz schnell die modellbahnerische Freude zu Ende sein. Diese Erfahrung mußte aber auch ich erst machen. Mit billigem Sperrholz aus dem Baumarkt kann der Modulbauer nämlich wahre Überraschungen erleben. Da in unterschiedlichen Räumen auch unterschiedliche Luftfeuchtigkeiten und Temperaturen herrschen können, wird man gerade bei Modulen schnell lernen, welche Kräfte doch der Naturstoff Holz entwickeln kann.

Nun wollte und konnte ich meine Module ja nicht vollständig aus Kunststoff fertigen. Mein Vereins- und Hobbykollege Reinhard ist schließlich nach einiger Recherche auf Multiplex aufmerksam geworden, nachdem ihm dieser mehrschichtige, wasserfest verleimte Werkstoff von einigen Schreinern empfohlen wurde. Nachdem unser örtlicher Schreiner einen fairen Preis angeboten hat, lassen wir seit geraumer Zeit unsere Modulkästen nur noch vom Fachmann fertigen. Außerdem bin ich kein Schreiner und habe viel mehr Freude an modellbauerischer Arbeit als an Zusägearbeiten.

Auch das Modul Rothhausen besteht aus einer Art umgedrehter Schublade, welche nach exakten Angaben der AG-Vorbild&Modell Modulnorm (V&M-Norm03) entstanden ist. Auch für den Oberbau habe ich speziell gefräste Trassenbretter vom Schreiner bezogen, da hier eine exakt plane Gleislage am leichtesten zu realisieren ist. Da bei AG-V&M nur das Gleisprofil Code 40 (1mm Schienenprofilhöhe) eingesetzt wird, entschloß ich mich, die gesamte Betriebsstelle auf gefräste Gleis- und Weichenroste zu verlöten. Die Roste sind als Halbzeug bei der Firma Petau in verschiedensten Geometrien zu beziehen. Mit etwas Übung und Zuhilfenahme der angebotenen Lötlehren ist der Weichenselbstbau weniger kompliziert, als ich mir das anfänglich vorgestellt habe. Selbstverständlich muß auch hier sorgfältig gearbeitet werden – aber da sage ich dem erfahrenen Modellbauer sicher nichts Neues.

Beide Hochbauten auf der Betriebstelle Rothhausen führte ich im Selbstbau aus. Beim Agenturgebäude griff ich auf die Zeichnungen aus der Zeitschrift „Hp1 - Eisenbahnmodellbau heute“ vom Kosak-Verlag zurück. Anders als Herr Böhnlein, welcher jedes einzelne Brettchen der Außenverkleidung aus Furnier zurecht geschnitten hatte, nutzte ich die gefrästen Holzplatten der Firma Northeastern. Beim kleinen Gemeindelagerhaus verwendete ich eine fein detaillierte Strukturplatte aus Kunststoff der engl. Fa. Slaters, die Dächer entstanden aus Kunststoffplatten der Firmen Kibri und Vollmer. Auch auf Rothhausen setzte ich für die Vegetation Grasmatten und Belaubungsmaterialien von MiniNatur und Rainershagener Naturals ein. Auch Bäume und Büsche entstanden vollständig im Selbstbau, meist unter Einsatz des Naturproduktes Seemoos.

Da ich noch keine befriedigende Erfahrungen durch Einsatz verschiedenster Weichenmotoren gemacht habe, entschloss ich mich dazu, die eine Weiche nur per manuellem Mechanismus anzutreiben. Hier habe ich Bauteile, wie einen Baudenzug vom Flugzeugmodellbau, aber auch verschiedene Größen von Lüsterklemmen aus dem Baumarkt eingesetzt.

Auf nur einer Fläche von 40 cm x 75 cm habe ich dieses Andenken an die Lauertalbahn die Haltestelle Rothhausen erschaffen. Seit Fertigstellung im Frühling 2003 kommt dieses Modul nun regelmässig auf FREMO-Treffen mit AG-Vorbild&Modell Beteiligung zum Einsatz.

Diaschau Rothhausen

"Sonderhofen"

Region:  Unterfranken

Strecke: Rottershausen - Stadtlauringen

Vorbildbeschreibung

Modellbeschreibung

Auf dem gesamten Stationsgelände waren ausreichend Lagerflächen für den überwiegend landwirtschaftlichen Güterumschlag vorhanden. Nach Ende des Bahnzeitalters nutzte das Gelände die per PKW anreisende Jugend als Stellplatz für ihre Blechkarossen, um die unmittelbar an das Bahngelände anschließende Disco „Schneckeneck“ zu besuchen. Manch einer der jungen Leute wäre sicherer von der Tanzlokalität nach Hause gekommen, wenn das „Bähnle“ noch gefahren wäre. Die Discothek und auch die Bahngeschichte ist jedoch im Lauertal beendet. Heute ist wieder Ruhe im Lauertal eingekehrt.

Doch seit einigen Wochen tut sich wieder etwas auf der alten Bahntrasse. Zwischen Maßbach und Rothhausen ist schweres Gerät angerückt. Auch arbeiten Bagger und Walzen zwischen der Bahnbrückenmühle und Stadtlauringen. Derzeit entsteht hier ein neuer Fahrradweg. Vielleicht wird er noch pünktlich zum 110jährigen Streckenjubiläum fertig?

Cotton braun
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